Akâla Sharîra
oder
die Essenz für ein leichteres Leben

So wie das Leben spielt …

Das Leben ist ein beständiges Suchen und Finden. Manchmal drängt es uns in eine Richtung, welcher wir folgen, ohne genau zu wissen, warum wir dies tun. So erging es mir im letzen Sommer.
Gemeinsam mit meinem Mann machte ich das Jahresprogramm unseres Reiki-Zentrums und wir hielten im Dezember uns einige Zeit frei für einen längeren Urlaub. Einige Monate wählten wir Thailand als Ziel unserer siebenwöchigen Reise und fanden, dass Koh Samui ein toller Platz sei.
Die ersten drei Wochen in Thailand waren sehr ruhig. Wir genossen den Strand und erkundeten die Insel. Kurz nach Weihnachten fuhren wir zur Nachbarinsel und besuchten dort ein Waldkloster, welches 10-tägige Retreats in stiller Meditation monatlich durchführt.
Schon bei der Ankunft im Kloster war ich von einer merkwürdigen Stille umgeben und war in mir ganz tief berührt. Mir war sofort klar, dass ich dieses Retreat mitmachen werde und trug mich in die Teilnehmerliste ein.
Von dem kleinen Tempel auf dem Hügel im Klostergelände war ich magisch angezogen. Etwas rief mich dorthin und mich störte weder der Regen noch das Reden meines Mannes. Ich betrat ohne Schuhe den Tempelraum und betrachtete mit tiefer Dankbarkeit und ganz erfüllt die Buddhastatuen. Aber das war nicht alles in diesem Raum.
An diesem Tag begann ich eine dreiwöchige Fastenzeit.

Drei Wochen später …

Ich betrat das Klostergelände, ausgerüstet mit Schlafzeug, Taschenlampe, etwas Geld und Moskitoschutz. Bereit für 10 intensive Tage im Kloster in Stille und mit viel Abstand zu meinem Ehemann, immerhin waren mindestens 20km Wasser zwischen uns.
Bei der Anmeldung wurde mein Wunsch nach weiterem Fasten nicht akzeptiert und ich willigte ein, dass ich bei den Mahlzeiten auch esse.
Ich machte mir bewusst, dass ich auf jeden Fall im Kloster bleiben würde. Auch war ich willens einfach in der Meditationshalle zu sitzen, bis man mir die Teilnahme erlaubt. Mit dieser Klarheit brachte ich zum Ausdruck, dass ich allen Bedingungen zustimmen würde, um am Retreat teilzunehmen. Ich musste all mein Geld abgeben, das ich nur nach Vollendung des gesamten Retreats wieder zurück erhalten würde. Einerseits war ich ärgerlich über diese Aufnahmeregeln und andererseits hätte ich Alles gegeben, um dort zu bleiben.

Das Klosterleben …

Morgens vier Uhr aufstehen und einem strikten Zeitplan folgen fiel mir sehr leicht. Ich wusste teilweise mit den langen Essenspausen nichts anzufangen, da ich sehr wenig Festes aß. So lief ich oft durch Klostergelände und übte mich in Geh-Meditation.

Eines Nachmittags lief ich während der Geh-Meditation vor dem kleinen Tempel. Der Himmel bewölkte sich sehr rasch. Es begann zu regnen. Ich blieb stehen, schaute nach Oben, schloss die Augen und spürte jeden einzelnen Tropfen auf der Haut. Erst konnte ich die wenigen einzelnen Tropfen gut auseinander halten, später wurde es schwieriger bis unmöglich, weil es zu viele wurden.
Ich schaute mich um, alle Mitmeditierer waren mittlerweile irgendwie ins Trockene geflüchtet. So stand ich ziemlich allein im Regen und sah, wie ein kleiner Mönch mich mit einem typisch thailändischen Lächeln in den Tempel winkte.
Zaghaft betrat ich den Innenraum, da uns Westlern das Meditieren in diesen Räumen nicht gestattet war. Der Mönch zeigte mir einen Platz, wo ich dennoch die Geh-Meditation fortsetzen könnte. So ging ich auf und ab und weinte, weil ich so tief berührt war. Nach dem Regen verließen die Mönche den Raum und es ertönte der Gong für die 17 Uhr Mahlzeit.

Die Nonne …

Ich sah eine alte Nonne im Raum sitzen und wunderte mich, weil sie vorher nicht da war oder ich so unachtsam war, sie nicht zu sehen. Als ich auch gehen wollte, deutete mir diese Nonne, dass ich mich neben sie setzen solle. Ihr Gesicht war freundlich, es leuchtete und hatte eine Art Schein, welcher auch um ihren restlichen Körper war.
Sie sprach zu mir in einer Sprache, die ich zuvor niemals gehört hatte. Dennoch verstand ich alles und schloss die Augen, um mit ihr einige Minuten zu meditieren.
Die Nonne erklärte mir, wie ich eine Essenz erzeugen kann, welche dem Körper hilft Über-flüssiges loszulassen. Als ich den Gong für die nächste Meditation hörte, erwachte ich. Eine kleine beschriftete Glasflasche stand verschlossen vor mir und mir war, als könnte ich den Lichtschein der Nonne noch sehen. Sie war aber physisch nicht mehr da. Ich verlies den Tempel mit der Flasche und vergas dieses Erlebnis.
Am Ende des Retreats fragte mich der kleine Mönch ganz freundlich in typischem Thai-Englisch, ob ich diese Nonne sah. Ich bejahte und wollte mehr über sie erfahren, da ich sie nie wieder im Kloster sah. Die Worte auf der Flasche heißen „Akâla sharîra“ erklärte er, dann legte seinen Finger auf den Mund und nickte. „Du hast mit dem Herzen gesehen und sie hat dich geschult.“ Ohne weitere Worte ging er weg.

Danach …

Wieder auf Koh Samui erzählte ich meinen Mann davon und er bat mich, doch diese Essenz zu probieren. Ich trank fortan vor jeder Mahlzeit Wasser mit 2-3 Tropfen der Essenz aus der kleinen blauen Flasche, sowie die Nonne es mich lehrte. Oft verspürte ich weder Appetit noch Hunger nach diesem Trunk und war innerlich auch voller Energie und Kraft. Mein Mann bestätigte mir, dass ich abnahm.
Als die Glasflasche leer war, setzte ich mich in Meditation und plötzlich hallten die Worte der Nonne in mir wieder. Wie durch ein Wunder vollführten meine Hände Bewegungen und meine Lippen sprachen Worte. Und danach wusste ich, wie ich diese Essenz herstellen kann. Die neue Essenz hatte wieder die gleiche Wirkung, wie die ersten Tropfen aus der Flasche.

In der letzten Nacht auf Koh Samui schlief ich unruhig und träumte von der Nonne. Sie berichtete mir, dass ich diese Essenz an Leute weitergeben soll, die sie zu nutzen wissen. Ich bezweifelte, dass Jemand ohne dieses Erlebnis den Nutzen fühlen könnte. „Im Westen zeigt sich der Wert oft subtiler.“ Ich verstand was sie meinte und dankte ihr sehr.

* * *